Abend-Getzler, Gerda

Nachname: Abend-Getzler
Vorname: Gerda
Geburtsdatum: 15.07.1922 (1920)
Geburtsort/Wohnort: Düsseldorf
Aufenthalt im Heim „Isenburg“: Erstmals verzeichnet zum 05.10.1936 – 01.07.1938  (mit Unterbrechung im Frühjahr 1937)
Abgemeldet nach: Köln
Beruf: Schülerin
Deportation/Flucht: Deportiert 1942 nach Polen

Gerda Abend-Getzler war vierzehn oder sechzehn Jahre alt, als sie in das Neu-Isenburger Heim des Jüdischen Frauenbundes aufgenommen wurde. Sie wird in einigen Listen des Heims als „Zögling“, in anderen dagegen als Schülerin geführt. Möglicherweise absolvierte sie im Heim „Isenburg“ ein Praktikum, entweder um sich zur Hauswirtschafterin oder zur Säuglings- und Kinderpflegerin ausbilden zu lassen.
Gerda war mit hoher Wahrscheinlichkeit die Tochter der unverheirateten Berta Abend, geboren am 17. April 1893 in Wlonow (Galizien). Diese hatte noch zwei jüngere Töchter, die Zwillinge Paula Minna und Augusta (Guste), geboren am 9. Oktober 1926. Berta Abend starb, als ihre Kinder noch minderjährig waren, vermutlich vor 1938. Der Vater, in den Akten als Julius Getzler verzeichnet, könnte identisch mit Juda Getzler sein, geboren am 8. Juli 1892 in Dukla (Galizien), wohnhaft in Düsseldorf. Er wurde wahrscheinlich im Jahr 1938 aus Deutschland abgeschoben, weil er polnischer Staatsangehöriger war. Bis zum Sommer 1939 war Juda Getzler in Bentschen (Zbaszyn) interniert. Danach verliert sich seine Spur.
Gerda Abend-Getzler meldete sich im August 1938 von Neu-Isenburg nach Köln ab. Aus welchem Grund und wo sie sich in Köln aufhielt, konnte bisher nicht erforscht werden. Nach Angaben eines Bekannten (Datenbank Yad Vashem) wurde Gerda Abend-Getzler 1942 nach Polen deportiert.
Gerdas Schwestern, Paula und Guste, waren in einem Waisenhaus in Dinslaken untergebracht. Nachdem die Kinder während des Novemberpogroms 1938 aus der Einrichtung vertrieben worden waren, wurden sie über Köln zunächst in die Niederlande gerettet, wo sie zuletzt bei Verwandten lebten. Nach dem Überfall der Deutschen Wehrmacht auf die neutralen Niederlande wurden die beiden sechzehnjährigen Mädchen in das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz deportiert und ermordet.

Quellen: Stadtarchiv Neu-Isenburg; Yad Vashem – Zentrale Datenbank der Namen der Holocaustopfer

Der Gedenkbucheintrag konnte mit Unterstützung von Miriam Keesing vervollständigt werden.



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