Akulewitsch, Eleonore (Lore) Sonja (auch Akulewitz, Akulevitsch)

Nachname: Akulewitsch
Vorname: Eleonore (Lore) Sonja
Geburtsdatum: 22.08.1921
Geburtsort/Wohnort: Stuttgart
Aufenthalt im Heim „Isenburg“: 02.06.1939 – 13.01.1942
Abgemeldet nach: Frankfurt am Main
Beruf:
Deportation/Flucht: Deportiert vermutlich am 08.05.1942 von Frankfurt am Main in das Ghetto Izbica
Sterbedatum und -ort:

Lore Akulewitsch wurde am 22. August 1921 in Stuttgart als Tochter einer jüdischen Mutter und eines katholischen Vaters geboren. Ihre Eltern waren nicht verheiratet. Lores Mutter, Luba Akulewitsch, wurde zum Zeitpunkt der Geburt ihrer Tochter in einem Mutter- und Kind-Heim des Württembergischen Vereins Mutterschutz e.V. betreut. Sie starb, als Lore noch ein Kind war. Lore verbrachte ihre Kindheit und Jugend in Pflegefamilien und in Heimen. Sie stand zunächst unter der Vormundschaft des Israelitischen Fürsorgeamtes Stuttgart. 1928 – Lore war nun schulpflichtig – wurde das Mädchen in Esslingen im Israelitischen Waisenhaus „Wilhelmspflege“ (heute Theodor-Rothschild-Haus) untergebracht und dort vom Jugendamt Esslingen betreut.

Lore hatte große Schwierigkeiten, im Leben Fuß zu fassen. Im Januar 1938 wurde die unter Fürsorgeerziehung stehende 16-Jährige nach einer psychiatrischen Begutachtung in die geschlossene Anstalt Oberurbach eingeliefert, wo die jungen Frauen harte Arbeit leisten mussten. Von dort wurde Lore im Alter von 17 Jahren am 2. Juni 1939 in das Heim des Jüdischen Frauenbundes nach Neu-Isenburg verlegt. Sie blieb dort anderthalb Jahre, bis zum Januar 1942.

Im Zuge der Auflösung des Neu-Isenburger Heims Anfang des Jahres 1942 wurde die 20-jährige Lore im Frankfurter Israelitischen Krankenhaus in der Gagernstraße 36 untergebracht. Das jüdische Krankenhaus war für mehrere Frauen aus dem Neu-Isenburger Heim der letzte Aufenthaltsort vor ihrer Deportation. Am 14. Mai 1942 wurde Eleonore Akulewitsch aus Frankfurt polizeilich abgemeldet. Vermutlich war sie am 8. Mai deportiert worden. An diesem Tag wurden 938 Frankfurterinnen und Frankfurter verschleppt, darunter viele Kinder aus Frankfurter Kinderheimen und 21 Schwestern aus dem Jüdischen Krankenhaus. Die arbeitsfähigen Männer wurden in das Konzentrationslager Majdanek gebracht, die Frauen und Kinder in das Ghetto Izbica, einem Durchgangslager in die Vernichtungslager im Raum Lublin.

Die Biographie konnte mit Hilfe von Oberstudienrat Ernst Kühnle a.D. und Schülerinnen und Schülern des Georgii- Gymnasiums in Esslingen am Neckar erstellt werden. Die Jugendlichen haben im Rahmen der Geschichts-AG von Ernst Kühnle für eine Stolperstein-Verlegung im Jahr 2013 das Leben von Lore Akulewitsch erforscht.

Quellen: Landesarchiv Baden-Württemberg/Staatsarchiv Ludwigsburg, Gemeindearchiv Ober-Urbach; Internationaler Suchdienst Bad Arolsen; Stadtarchiv Neu-Isenburg



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