Cohn, Irma

Nachname: Cohn
Vorname: Irma
Geburtsdatum: 22.07.1914
Geburtsort/Wohnort: Greifenhagen
Aufenthalt im Heim „Isenburg“: Unbekannt – 13.05.1937
Abgemeldet nach: Idstein
Beruf:
Deportation/Flucht: Inhaftiert ab einem unbekannten Zeitpunkt bis Mai 1939 im Konzentrationslager Lichtenburg, im Mai 1939 verlegt in das Konzentrationslager Ravensbrück
Sterbedatum und -ort: 13.02.1942, Tötungsanstalt Bernburg

Irma Cohn wurde am 22. Juli 1914 in Greifenhagen (heute Gryfino, Polen) geboren. Sie wuchs dort zusammen mit ihrem älteren Bruder Max im Haushalt ihrer Eltern auf. Irmas Mutter war Emma Cohn, geborene Itzig. Die Familie lebte 1928 in der Baustraße 28, zehn Jahre später in der Fischerstraße 10.
Es ist nicht bekannt, zu welchem Zeitpunkt Irma in das Heim „Isenburg“ kam und ob sie dort arbeitete oder betreut wurde. Im Mai 1937 wurde Irma Cohn nach Idstein in die heilpädagogische Anstalt Kalmenhof abgemeldet.
Unter der nationalsozialistischen Verfolgung wurde sie zu einem nicht näher bestimmbaren Zeitpunkt in das Frauenkonzentrationslager Lichtenburg (Sachsen) eingeliefert. Als dieses Lager aufgelöst wurde, verlegte man sie im Mai 1939 zusammen mit zahlreichen anderen weiblichen Häftlingen in das Konzentrationslager Ravensbrück. Dort wurde Irma Cohn fast drei Jahre lang gefangen gehalten. Im Frühjahr 1942 wurden 1600 Frauen im KZ Ravensbrück selektiert und in der Tötungsanstalt Bernburg durch Gas ermordet. Unter ihnen befand sich Irma Cohn. Sie starb am 13. Februar 1942.
Irmas Vater starb bereits 1926 in Stralsund. Ihre Mutter, Emma Cohn, wurde nach dem Novemberpogrom 1938 aus ihrer Wohnung in Greifenhagen vertrieben und musste fortan in einem ausrangierten Eisenbahnwaggon im Hafen von Greifenhagen leben. 1939 zog sie zu einer Cousine nach Stettin. Von dort wurde Emma Cohn in der Nacht vom 12. auf den 13. Februar 1940 in das Ghetto Piaski (Lublin, Polen) deportiert. Dort starb sie am 30. Juli 1940.
Irmas Bruder, Max Cohn, war seit Mai 1939 im Zuchthaus Brandenburg an der Havel inhaftiert. Am 4.  Juli 1940 wurde er im Konzentrationslager Sachsenhausen erschossen.

Der Eintrag konnte mit Hilfe von Irma Cohns Neffen, Günter Unger, vervollständigt werden.



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