Ettinghausen, Lotte Berta

Nachname: Ettinghausen
Vorname: Lotte Berta
Geburtsdatum: 19.02.1920
Geburtsort/Wohnort: Frankfurt Main-Höchst / Königsteiner Str. 42a
Aufenthalt im Heim „Isenburg“: 20.04.1938 – 15.07.1938
Abgemeldet nach: Frankfurt Main-Höchst
Beruf: Schülerin der Säuglingspflege
Deportation/Flucht: Geflohen 1939 über England in die USA
Sterbedatum und -ort:

Lotte Ettinghausen wurde am 19. Februar 1920 in Frankfurt-Höchst geboren. Ihre Familie war seit Beginn des 19. Jahrhunderts in Höchst ansässig. Die Ettinghausens genossen hohes Ansehen, waren in der Jüdischen Gemeinde, aber auch im örtlichen Wirtschafts- und Vereinsleben aktiv. Lottes Vater Berthold war Vorsteher der Jüdischen Gemeinde Höchst, Vorstand im Synagogenrat Wiesbaden und Marshall der Hermann Cohen-Loge. Außerdem engagierte er sich im Vorstand des Vereins selbständiger Kaufleute und war Schiedsrichter an der Getreidebörse Frankfurt.

Die Ettinghausens waren wohlhabend. Sie waren seit dem frühen 19. Jahrhundert im Getreide- und Mehlhandel tätig. Ihr Unternehmen hatten sie über Generationen zu einem florierenden, auf Weizenmehl spezialisierten Mehlgroßhandel mit einer betriebseigenen Dampf-Walzenmühle ausgebaut. Die Familie war auch auf Grund ihrer Wohltätigkeit in Höchst geachtet und beliebt. So stellte Max Ettinghausen zu Beginn des Ersten Weltkriegs, als die Mehlpreise rasant anstiegen, sein gesamtes Mehllager mit 20 000 Pfund zu einem verbilligten Preis zur Verfügung, damit die Armen nicht hungern mussten.

Lottes Großonkel Max war, wie ihr Vater, Vorsteher der Jüdischen Gemeinde und maßgeblich daran beteiligt gewesen, dass 1905 die Höchster Synagoge eingeweiht werden konnte. Sie wurde während des Novemberpogroms 1938 zerstört.

Lotte flüchtete 1939 mit ihrer Familie nach England. Nach dem Zweiten Weltkrieg emigrierte sie in die USA. Lotte Ettinghausen traf am 1. Januar 1947 in New York ein. Kurze Zeit später heiratete sie Joseph Klein. Sie lebte zuletzt in Dedham, Norfolk, Massachusetts. Dort starb sie am 14. Juni 2009.

Auf dem Platz der Höchster Synagoge errichteten die NS-Machthaber 1939 einen Hochbunker, der noch immer dort steht. Der Platz ist heute nach der Familie Ettinghausen benannt (Beck/Fenzl/Krohn, Juden in Höchst, S. 16 f.).



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