Finkelstein, Artur

Nachname:  Finkelstein
Vorname:  Artur
Geburtsdatum: 19.06.1926
Geburtsort/Wohnort: Frankfurt am Main
Aufenthalt im Heim „Isenburg“: 30.07.1926 – unbekannt
Abgemeldet nach: Am 16.04.1928 zur Adoption nach Norwegen entlassen; 1929 von Philip Sam and Florence Watchman (Oslo) adoptiert
Beruf:
Deportation/Flucht: Verschleppt im November 1943 von Oslo nach Stettin. Deportiert am 30.11.1942 von Stettin in das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz
Sterbedatum und -ort: vermutlich 01.12.1942/ Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz

Artur Finkelstein ist der Sohn der ebenfalls in diesem Gedenkbuch verzeichneten Perla Finkelstein und der Bruder von Manfred Finkelstein. Artur kam kurz nach seiner Geburt in Frankfurt am Main zusammen mit seiner Mutter in das Heim „Isenburg“. Am 18.08.1926 meldete sich Perla Finkelstein von Neu-Isenburg ins benachbarte Sprendlingen (Kreis Offenbach) ab. Vermutlich kehrte sie zu ihrer dort lebenden Familie zurück. Ob sie ihren Sohn mitnahm oder ihn im Heim „Isenburg“ zurückließ, ist nicht bekannt. 1929 wurde Artur von dem norwegischen Antiquitätenhändler Philip Sam Watchman und seiner Ehefrau Florence, geborene Bassman, adoptiert. Die Familie lebte in Oslo. Artur erhielt nun den Vornamen Arthur.

Unter deutscher Besatzung wurde das Zuhause der Familie ausgeplündert. Am 26. November 1942 verhaftete die norwegische Polizei unter der Leitung der Gestapo 532 jüdische Frauen, Männer und Kinder und lieferte sie an die SS aus. Unter ihnen waren Florence, Philip Sam und Artur Watchman. Im Hafen von Oslo pferchte man die Gefangenen auf dem Schiff „Donau“ zusammen und brachte sie unter menschenunwürdigen Bedingungen nach Stettin. Von dort wurden die am 30. November in Güterwagen nach Auschwitz weitertransportiert. Florence, Philip Sam und Arthur Watchman wurden unmittelbar nach ihrer Ankunft in dem Konzentrations- und Vernichtungslager ermordet. Artur wurde nur 16 Jahre alt.

Die Biographie konnte durch Informationen von Bodil Stenseth (Oslo) erstellt werden.

Weitere Quellen: Stadtarchiv Neu-Isenburg; Institut für Stadtgeschichte Frankfurt am Main; Standesamt der Stadt Frankfurt am Main

 



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