Frank, Hans

Nachname: Frank
Vorname: Hans
Geburtsdatum: 04.04.1932
Geburtsort/Wohnort: Frankfurt am Main
Aufenthalt im Heim „Isenburg“: vermutlich ab April 1932 – 24.04.1938
Abgemeldet nach: Dinslaken
Beruf:
Deportation/Flucht: Geflohen 1939 über Rotterdam nach New York
Sterbedatum und -ort:

Hans Frank ist der jüngere Sohn von Erika Irmgard Selma Frank, geboren am 31. März 1904 in Altenglan (Kreis Kusel). Sie war die Tochter des Viehhändlers Moritz Frank und seiner Ehefrau Bertha, geborene Süß. Seit 1928 lebte sie in Lampertheim. Der Bruder von Hans Frank, Werner Frank, ist ebenfalls in diesem Gedenkbuch verzeichnet. Hans wurde im Israelitischen Krankenhaus in Frankfurt am Main, Gagernstraße 36, geboren. Elf Tage nach seiner Geburt wurde er – wahrscheinlich zusammen mit seiner Mutter und seinem Bruder Werner – in das Neu-Isenburger Heim des Jüdischen Frauenbundes aufgenommen. Vermutlich blieb er in den nächsten Jahren in der Einrichtung, wogegen seine Mutter und sein Bruder nach Lampertheim zurückkehrten. Die kontinuierlichen Aufzeichnungen über die Bewohnerinnen und Bewohner des Heims, soweit sie überliefert sind, beginnen im September 1935. Hans ist in den Listen ab März 1936 erfasst. Im April 1938 wurde er nach Dinslaken abgemeldet. Damals hatte er das Alter von sechs Jahren erreicht und war schulpflichtig, ein Zeitpunkt, zu dem Jungen das Neu-Isenburger Heim verlassen mussten.

Vermutlich wurde Hans zum Schulbeginn Ostern 1934 in das Israelitische Waisenhaus in Dinslaken verlegt. Während des Novemberpogroms 1938 überfielen nationalsozialistische Schlägertrupps das Heim. Die Kinder wurden nach einem Bericht ihres Erziehers Yitzhak Sophoni Herz durch ein Spalier Schaulustiger aus der Einrichtung in eine stallähnliche Unterkunft getrieben, in der sie zunächst ohne Verpflegung ausharren mussten. Wenig später fanden sie vorübergehend in Köln in einem Lehrlingsheim der Jüdischen Gemeinde Unterkunft. Von dort wurden sie nach Belgien und in die Niederlande gebracht. Vermutlich war Hans Frank unter diesen Kindern. Er hatte Glück, denn er wurde von einem in den USA lebenden Ehepaar adoptiert. Noch vor Beginn des Zweiten Weltkriegs konnte Hans Frank Europa mit einem Schiff von Rotterdam aus verlassen. Am 24. April 1939 kam er in New York an, wo er unter neuem Namen in einer Adoptivfamlie aufwuchs.

Die Mutter von Hans Frank, Erika Frank, wurde am 18. Oktober 1940 in das Konzentrationslager Ravensbrück verschleppt. Anderthalb Jahre später, am 23. März 1942, wurde sie in der Tötungsanstalt Bernburg an der Saale ermordet. Werner Frank wurde von Berlin aus in das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz deportiert, wo sich seine Spur verliert.

Der Gedenkbucheintrag konnte mit Unterstützung von Adam Schütz, Bensheim, Hubert Simon, Stadtarchivar in Lampertheim, und Volker Ochs, Saarbrücken, ergänzt werden.

Weitere Quellen: Stadtarchiv Neu-Isenburg; Institut für Stadtgeschichte Frankfurt am Main; ancestry.com.



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