Gottlieb, Rolf

Nachname: Gottlieb
Vorname: Rolf
Geburtsdatum: 18.11.1933
Geburtsort/Wohnort: Frankfurt am Main
Aufenthalt im Heim „Isenburg“: 20.07.1938 – 17.08.1938
Abgemeldet nach: Frankfurt am Main
Beruf:
Deportation/Flucht: Deportiert am 25.03.1942 von Darmstadt in das Ghetto Piaski
Sterbedatum und -ort:

Rolf Gottlieb gehörte zu einer Gruppe von Ferienkindern, die in den Sommerferien 1938 für drei Wochen zur Erholung im Heim des Jüdischen Frauenbundes in Neu-Isenburg aufgenommen wurden. Rolf wohnte 1938 in Frankfurt im Musikantenweg 4. Anfang der 1940er Jahre lebte er in Ober-Klingen im Odenwald, Mühlstraße 13, in der Familie Wolf. Rolfs Mutter Martha, geborene Herz, verwitwete Gottlieb, hatte nach dem Tod ihres ersten Mannes Leopold Wolf geheiratet und war zusammen mit ihrem Sohn nach Ober-Klingen gezogen.

Am 25. März 1942 wurden 1000 Männer, Frauen und Kinder aus den Städten Mainz und Darmstadt sowie aus verschiedenen Kreisen des Volksstaats Hessen von Darmstadt aus deportiert. Zu ihnen gehörten außer dem achtjährigen Rolf Gottlieb auch seine Mutter und sein Stiefvater sowie sieben weitere Mitglieder der Familie Wolf.

Der Transport führte in das Ghetto Piaski im Distrikt Lublin. Das Ghetto diente ab März 1942 als Sammellager für Juden aus dem Reich und dem „Protektorat Böhmen und Mähren“ auf dem Weg in die Vernichtungslager im Raum Lublin. Im Ghetto erzählte man sich, auf dem Transport aus Mainz und Darmstadt seien viele Menschen gestorben (Gottwaldt/Schulle, S. 186 f.).

Rolfs Schicksal nach der Deportation ist ungewiss. Falls der Achtjährige den Transport nach Piaski überlebt hatte und nicht im Ghetto starb, wurde er vermutlich in einem der Transporte von Piaski in das Vernichtungslager Sobibór verschleppt und dort ermordet.

Rolfs Großvater väterlicherseits, der in Frankfurt lebende Arbeiter Lazarus Gottlieb, wurde im Alter von 83 Jahren am 11. Februar 1943 von Frankfurt aus in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert, wo er laut Sterbeurkunde ein halbes Jahr später starb. Rolfs Tante, die Schwester seiner Mutter, überlebte die Shoah.

Quellen: Stadtarchiv Neu-Isenburg; Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden; Gedenkbuch des Bundesarchivs für die Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933 – 1945



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