Itzinger, Paul Moses

Nachname: Itzinger
Vorname: Paul Moses
Geburtsdatum: 18.02.1937
Geburtsort/Wohnort: Wiesbaden
Aufenthalt im Heim „Isenburg“: 30.03.1938 – 31.01.1939
Abgemeldet nach: Wiesbaden
Beruf:
Deportation/Flucht: Deportiert 1941 in das Ghetto Biecz bei Jaslo (Polen)
Sterbedatum und -ort:

Paul Moses Itzinger wurde 1937 in Wiesbaden geboren. Seine Eltern waren Hermine (Henny) Itzinger, geborene Berger, und Israel Itzinger. Paul hatte noch fünf ältere Geschwister. Die Familie lebte seit 1925 in Wiesbaden. Die Adresse Moritzstraße 15 lässt sich ab 1931 nachweisen.

Der Vater, von Beruf Vertreter, handelte mit Textilwaren. Nach den Akten des Finanzamts Wiesbaden war er Inhaber eines Unternehmens für Hotelausstattungen. Im Wiesbadener Adressbuch 1925/26 ist die Adresse seines Geschäfts mit „Bärenstraße 2“ angegeben.

In der Zeit vom 30. März 1938 bis zum 31. Januar 1939 gaben die Eltern ihren jüngsten Sohn, den 13 Monate alten Paul Moses, in die Obhut des Heims „Isenburg“. Die Gründe dafür sind nicht bekannt. Vermutlich konnten die Eltern ihre Kinder nicht mehr ausreichend versorgen.

Pauls Vater, Israel Itzinger, war polnischer Herkunft, die Mutter und auch Paul Moses besaßen die deutsche Staatsangehörigkeit. Israel Itzinger wurde in der Zeit, in der Paul Moses in Neu-Isenburg lebte, nach Polen abgeschoben. Seine Frau blieb mit sechs minderjährigen Kindern in Wiesbaden zurück. Da sie keine Möglichkeit hatte, den Lebensunterhalt für die Familie zu verdienen, entschloss sich Henny Itzinger, ihrem Mann mit den Kindern nach Polen zu folgen. Im November 1938 stellte sie einen Ausreiseantrag. Die Freigabe des Umzugsgepäcks durch die Zollfahndungszweigstelle Mainz zog sich hin. Die polnische Grenze war geschlossen. Im Juni 1939 schließlich erhielten Henny Itzinger und ihre Kinder die Genehmigung zur Ausreise nach Polen. Ende Juli verließen sie Deutschland.

Das weitere Schicksal der Familie lässt sich nur bruchstückhaft rekonstruieren.
Ein letztes Lebenszeichen erhielt Anfang des Jahres 1941 Hennys Mutter, die bei einer Tochter in Südafrika lebte. Die Karte, die von allen Familienmitgliedern mit Ausnahme des damals vierjährigen Paul Moses unterschrieben wurde, kam aus dem Ghetto Biecz bei Jaslo im Süden Polens. Seither ist die Familie verschollen.

Quellen: Stadtarchiv Neu-Isenburg; Aktives Museum Spiegelgasse, Wiesbaden



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