Löwenstein, Irene

Nachname: Löwenstein
Vorname: Irene
Geburtsdatum: 01.06.1919
Geburtsort/Wohnort: Schornsheim bei Oppenheim
Aufenthalt im Heim „Isenburg“: 27.06.1939 – 02.11.1939
Abgemeldet nach: Frankfurt am Main, Zobelstr. 9
Beruf:
Deportation/Flucht: Deportiert am 22.11.1941 von Frankfurt am Main in das Ghetto Kaunas
Sterbedatum und -ort: 25.11.1941, Ghetto Kaunas

Irene Löwenstein war die Mutter des ebenfalls in diesem Gedenkbuch verzeichneten Denny Löwenstein.

Irene wurde am 1. Juni 1919 in Schornsheim bei Oppenheim geboren. Ihre Mutter starb kurz nach ihrer Geburt. Irene wuchs bei ihrem Vater und dessen zweiter Ehe-frau auf. In Wörrstadt absolvierte sie Volksschule. Als Irene anschließend 1933/1934 versuchte, sich in die Höheren Töchterschulen in Mainz und in Hofheim einzuschreiben, wurde sie nach späteren Aussagen des Vaters wegen angeblicher Überfüllung nicht aufgenommen. Auch die Suche nach einem Ausbildungsplatz scheiterte.

1935 wanderte die damals 16-Jährige mit ihrem Vater und ihrer Stiefmutter in die USA aus. Sie kehrte jedoch zwei Jahre später allein nach Deutschland zurück, um ihre in Hofheim lebende Großmutter zu pflegen.

Im März 1939 wurde Irene Löwenstein wegen sogenannter Rassenschande in das Konzentrationslager Ravensbrück eingeliefert. Am 27. Juni desselben Jahres wurde die Zwanzigjährige im Heim des Jüdischen Frauenbundes in Neu-Isenburg aufgenommen. Am 14. September brachte sie in Frankfurt ihren Sohn Denny zur Welt. Als dieser anderthalb Monate alt war, ließ seine Mutter ihn in der Obhut des Heims zurück und zog nach Frankfurt in die Zobelstraße 9. Noch im selben Jahr heiratete Irene Löwenstein Manfred Mayer.
Denny Löwenstein wurde am 13. März 1940 aus dem Heim des Jüdischen Frauenbundes nach Frankfurt in die Schwanenstraße 7 abgemeldet. Zuletzt lebte der Junge mit seiner Mutter und seinem Stiefvater Am Schützenbrunnen 13, dem heutigen Alfred-Brehm-Platz am Haupteingang zum Frankfurter Zoo.

Am 22. November 1941 wurden Irene und Manfred Mayer zusammen mit Irenes Sohn Denny Löwenstein von Frankfurt aus in das Ghetto Kaunas deportiert. Es war dies der dritte Transport, in dem Juden aus Frankfurt verschleppt wurden. Als Zielort war das Ghetto Riga vorgesehen, der Transport wurde jedoch nach Kaunas im besetzten Litauen umgeleitet, weil das Ghetto in Riga überfüllt war. Vermutlich am 24. November kam der Deportationszug in Kaunas an. Dort verbrachten die Deportierten eine Nacht. Am nächsten Morgen wurden sie aus dem Ghetto zu großen Gruben getrieben und dort erschossen (Kingreen, Gewaltsam verschleppt, S. 366 ff.).

Unter den am 25. November 1941 in Kaunas Ermordeten waren die 22-jährige Irene Mayer, ihr zweijähriger Sohn Denny und ihr 29-jähriger Ehemann Manfred Mayer.

Quellen: Stadtarchiv Neu-Isenburg; Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden; Internationaler Suchdienst Bad Arolsen



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