Rhein, Lena (Lenchen)

Nachname: Rhein
Vorname: Lena (Lenchen)
Geburtsdatum: 12.04.1894
Geburtsort/Wohnort: Ketsch am Rhein (Baden)
Aufenthalt im Heim „Isenburg“: 15.11.1920 – 31.03.1921
Abgemeldet nach: Brühl (Baden)
Beruf: Haushaltshilfe
Deportation/Flucht: Deportiert am 26.04.1942 von Mannheim über Stuttgart nach Ghetto Izbica
Sterbedatum und -ort: Ghetto Izbica

Lena Rhein ist die Mutter der ebenfalls in diesem Gedenkbuch verzeichneten Martha-Selma Rhein. Sie wurde am 12. April 1894 in Ketsch am Rhein geboren. Lena war die jüngste Tochter von Jakob Rhein (geb. am 28.09.1860 in Ketsch) und seiner Ehefrau Sara, geborene Rexinger (geb. am 15.06.1886 in Hechingen). Sie hatte zwei ältere Schwestern – Emma (geb. am 17.04.1887) und Johanna (geb. am 01.08.1889). Die Familie wohnte ab 1896 in Brühl. 1919 starb Lenas Mutter. Im November des darauffolgenden Jahr wurde Lena im Heim „Isenburg“ des Jüdischen Frauenbundes aufgenommen. Drei Monate später brachte sie am 26. Februar 1921 im Israelitischen Krankenhaus in Frankfurt am Main, Gagernstraße 36, eine Tochter zur Welt. Diese trug laut Geburtsurkunde den Vornamen Selma, später allerdings den Rufnamen Martha.
Zum 1. April 1921 kehrte Lena Rhein nach Brühl/Baden zu ihrem Vater und dessen zweiter Ehefrau, Frieda, geborene Kahn, zurück. Später zog sie zusammen mit Frieda Rhein nach Mannheim. Lena Rhein entging am 22. Oktober 1940 der Massendeportation der badischen und saarpfälzischen Juden in das Internierungslager Gurs (Südfrankreich), weil sie zu Besuch bei Verwandten in Hessen war. Ihre letzte Adresse in Deutschland war das Jüdische Altersheim in Mannheim, das während des Zweiten Weltkriegs das letzte Zentrum der örtlichen jüdischen Gemeinde war. Von Mannheim aus wurde Lena Rhein am 26. April 1942 mit den übrigen badischen Juden, die der Deportation am 20. Oktober 1940 entgangen waren, über Stuttgart in das Ghetto Izbica deportiert. Dort verliert sich ihre Spur.

Dieser Eintrag wurde auf der Grundlage von Rechercheergebnissen erstellt, die Kurt Glöckler aus Schwetzingen zur Verfügung gestellt hat. Fundorte der Quellen von Kurt Glöckler: http://gedenkbuch.informedia.de/; Reimer Schölermann (Bearb.): Gegen das Vergessen – Die jüdische Familie Rhein und die anderen Brühler NS-Opfer, 2013; Institut für Stadtgeschichte Mannheim; http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de; Stadtarchiv Neu-Isenburg, Registraturkarten (alt).



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