Stamm (Sztam), Tamara

Nachname: Stamm (Sztam)
Vorname: Tamara
Geburtsdatum: 05.02.1922
Geburtsort/Wohnort: Wiesbaden / Neu-Isenburg
Aufenthalt im Heim „Isenburg“: 1923 – 1935
Abgemeldet nach: Palästina
Beruf:
Deportation/Flucht: Geflohen am 31.03.1935 über Triest nach Palästina
Sterbedatum und -ort:

Tamara Stamm ist die Tochter der ebenfalls in diesem Gedenkbuch verzeichneten Iska Stamm.

Tamara und ihre Mutter kamen 1923 in das Heim des Jüdischen Frauenbundes nach Neu-Isenburg. Iska Stamm war Kindergärtnerin und Säuglingspflegerin. Tamara wuchs in Neu-Isenburg auf und besuchte hier die Pestalozzi-Volksschule und ein Jahr lang das Gymnasium.

Iska Stamm erkannte früh, dass sie und ihre Tochter in Deutschland keine Zukunft haben würden. Deshalb wanderten beide im März 1935 über Triest nach Palästina aus, wo sie in Haifa an Land gingen. Iska Stamm musste in dem fremden Land für sich und ihre Tochter eine völlig neue Existenz aufbauen.

Tamara, die den hebräisierten Vornamen Tamar annahm, besuchte in Jerusalem das Hebräische Gymnasium. Nach dem Abitur absolvierte sie eine zweijährige Ausbildung zur Kindergärtnerin, arbeitete aber zunächst nicht in ihrem Beruf, sondern ging zur englischen Armee, um dort als Lastwagenchauffeurin für ihre neue Heimat zu kämpfen. Vier Jahre verbrachte sie zusammen mit 5000 anderen jungen jüdischen Frauen in der Armee – Jahre, die für ihre weitere Entwicklung und ihre Verbundenheit mit dem Staat Israel sehr wichtig waren.

Als Tamar Stamm von ihrem Einsatz in der englischen Armee zurückkehrte, bot man ihr an, für die Frauenbewegung NA’AMAT zu arbeiten. Seitdem ist sie mit dieser Organisation eng verbunden.

Tamar Stamm heiratete 1951 Tanchum Grizim, den sie in der Personalabteilung der israelischen Armee kennen gelernt hatte. Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor. Die Familie lebte  später für längere Zeit in Europa. Ab 1963 war Tanchum Grizim für viereinhalb Jahre als Wissenschaftlicher Berater bei der israelischen Botschaft in Paris tätig. Bei einem zweiten Aufenthalt in Paris, der weitere drei Jahre dauerte, arbeitete auch Tamar bei der Botschaft.

Tamar Grizim lebt heute in Tel Aviv. Sie unterhält heute regelmäßigen Kontakt zur Stadt Neu-Isenburg und war dort mehrfach mit ihrer Tochter und einer Enkelin zu Besuch.



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