Stern, Hedwig

Nachname: Stern
Vorname: Hedwig
Geburtsdatum: 09.05.1910
Geburtsort/Wohnort: Hochstadt (Kreis Hanau)
Aufenthalt im Heim „Isenburg“: 18.03.1933 – 01.09.1933 / 09.12.1937 – 15.03.1938
Abgemeldet nach: Frankfurt am Main
Beruf:
Deportation/Flucht: Geflohen 1938 über Frankreich (Straßburg) in die Niederlande. Deportiert am 14.09.1943 vom Durchgangslager Westerbork in das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz, von dort in das Konzentrationslager Ravensbrück (Außenlager Malchow)
Sterbedatum und -ort:

Hedwig Stern lebte während der Weimarer Republik in Wiesbaden. Mitte März 1933 wurde die hochschwangere junge Frau in das Neu-Isenburger Heim des Jüdischen Frauenbundes aufgenommen. Einige Wochen später brachte sie in Frankfurt ein Mädchen zur Welt. Sie betreute ihre Tochter  etwa ein Vierteljahr lang in Neu-Isenburg, bevor sie am 1. September 1933 allein nach Wiesbaden zurückkehrte. Ihre Tochter ließ sie in der Obhut des Heims „Isenburg“.

Im Dezember 1936 kehrte Hedwig Stern noch einmal in das Heim des Jüdischen Frauenbundes zurück, wo sie als Hausangestellte arbeitete. Damals lebte nicht nur Hedwigs Tochter, sondern auch Hedwigs jüngerer Sohn  in der Einrichtung. Die Mutter brachte beide Kinder nach dem Novemberpogrom 1938 in ein Kinderheim nach Straßburg und floh in die Niederlande. Sie lebte in Amsterdam. Dort lernte sie den aus Beverungen stammenden Heinz Cohen kennen, der 1937 aus Deutschland emigriert war. Hedwig und Heinz heirateten am 12. August 1942 in Amsterdam.

Hedwig Cohen-Stern wurde am 14. September 1943 vom Durchgangslager Westerbork aus in das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Mit diesem Transport wurden 1005 Jüdinnen und Juden, darunter 119 Kinder und 245 alte Menschen, verschleppt. 194 Frauen und 233 Männer wurden in das Lager eingewiesen, 578 Personen unmittelbar nach der Ankunft in den Gaskammern ermordet (tenhumbergreinhard.de). Die letzte Nachricht über Hedwig Cohen-Stern stammt aus dem Außenlager Malchow des Konzentrationslagers Ravensbrück.

Heinz Cohen wurde ebenfalls ein Opfer des nationalsozialistischen Völkermords.

Quellen: Stadtarchiv Neu-Isenburg; www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/; Auskünfte aus dem Aktiven Museum Spiegelgasse für Deutsch-Jüdische Geschichte in Wiesbaden e.V.; Westerbork Database, Herinneringscentrum Kamp Westerbork



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