Weinberger, Chlothilde

Nachname: Weinberger
Vorname: Chlothilde
Geburtsdatum: 06.07.1909
Geburtsort/Wohnort: Rennerod / Langendernbach (Krs. Limburg)
Aufenthalt im Heim „Isenburg“: 15./16.9.1940 – 26.02.1941
Abgemeldet nach: Langendernbach
Beruf:
Deportation/Flucht: Deportiert am 11.06.1942 von Frankfurt am Main vermutlich über das Ghetto Izbica in das Vernichtungslager Sobibór
Sterbedatum und -ort: Juni 1942, Vernichtungslager Sobibór

Chlothilde Weinberger war die Mutter der Zwillinge Tana und Ruben Weinberger, die ebenfalls in diesem Gedenkbuch verzeichnet sind.

Chlothilde Weinberger wurde am 6. Juli 1909 in Rennerod im Westerwald als Tochter von Meyer u. Paula Weinberger, geb. Rosenthal, geboren. Sie hatte vier jüngere Geschwister, zwei Schwestern und zwei Brüder. Die Familie lebte in Langendernbach im Kreis Limburg in ihrem eigenen Haus. Sie besaß außerdem ein großes Gartengrundstück.

Meyer Weinberger fiel im Ersten Weltkrieg, als seine älteste Tochter Chlothilde acht oder neun Jahre alt war. Über Chlothildes Lebensweg in den nächsten Jahren ist wenig bekannt. Sie war in Langendernbach gemeldet, erlernte vermutlich keinen Beruf, sondern half ihrer Mutter, die vier jüngeren Geschwister großzuziehen. Diesen gelang 1939 die Flucht nach England. Chlothilde blieb mit ihrer Mutter in Langendernbach zurück.

Am 15. September 1940 wurde Chlothilde Weinberger im Heim des Jüdischen Frauenbundes in Neu-Isenburg aufgenommen. Am 18. November brachte sie in Frankfurt die Zwillinge Ruben und Tana zur Welt. Ein Vierteljahr lang blieb Chlothilde mit ihren Kindern im Heim „Isenburg“, danach kehrte sie allein zu ihrer Mutter zurück. Im Mai 1942 starb diese, ob eines natürlichen Todes oder durch Selbstmord im Angesicht einer bevorstehenden Deportation, ist nicht bekannt. Wenig später erhielt die Tochter den Deportationsbescheid.

Am 11. Juni 1942 wurde Chlothilde Weinberger zusammen mit ihren Zwillingen von Frankfurt aus deportiert. Der Transport mit über 1000 Menschen aus Frankfurt, Wiesbaden und dem Regierungsbezirk Wiesbaden hatte das Ghetto Izbica zum Ziel. In Lublin wurden arbeitsfähige Männer zur Zwangsarbeit im Konzentrationslager Majdanek ausgesucht, die übrigen Verschleppten wurden entweder weiter in das Ghetto Izbica und von dort aus kurze Zeit später in das Vernichtungslager Sobibor oder direkt in das Vernichtungslager gebracht, wo sie noch zwei Stunden zu leben hatten, bevor sie in den Gaskammern ermordet wurden (Kingreen, Gewaltsam verschleppt, S. 373 f.).

Chlothilde Weinberger war zum Zeitpunkt ihrer Deportation 32 Jahre alt.



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