Stadt Neu Isenburg

Namen

Goldmann, Willi

Willi Goldmann wurde am 14. September 1912 geboren. Seine Eltern sind Max Goldmann und Rosa Goldmann, geb. Müngelgrün.

Er lebte mit seinen Eltern in der Frankfurterstr. 19 in Neu-Isenburg und besuchte dort die Schule. Nach der Schule absolvierte er eine Ausbildung an der Handelsschule in Neu-Isenburg. Eine weitere Ausbildung folgte in Frankfurt am Main.

Seine Familie war eng mit Bertha Pappenheim befreundet. Seine Mutter arbeitete schon seit ihrem zwanzigsten Lebensjahr für sie. Erst als Hausvorsteherin in ihrem Privathaus in der Feldbergstraße in Frankfurt am Main, später arbeitete sie auch im Heim 'Isenburg' mit.

Bertha Pappenehiem war es auch, die vorschlug, dass Max und Rosa Goldmann von Offenbach nach Neu-Isenburg zogen.

Auf die Initiative von Bertha Pappenheim erlernte Willi Goldmann zur Vorbereitung auf die Emigration das Schuhhandwerk. Die Familie war bis Anfang 1933 in Neu-Isenburg gut integriert. 1933 verlor Willi wegen der NS-Regierung seine Arbeitsstelle.

Im Juli desselben Jahres erhielt Willi Goldmann über den Frankfurter Jüdischen Turnerbund und mit einer Empfehlung des Vorsitzenden des Palästinaamtes in Frankfurt ein Einwanderungszertifikat für Palästina (Einreisevisum).

Ende August emigrierte er nach Palästina.

1935 holte er seine Eltern und seine Schwester nach. 

Schwester Johanna war zu alt für das Familienvisum; durch die Vermittlung von Bertha Pappenheim trug der englische Generalkonsul in Frankfurt Johanna einfach in das Visum der Eltern ein. Die englischen Einwanderungsbeamten in Palästina entdeckten die Manipulation, ließen Johann jedoch einreisen.

Sein Vater Max Goldmann starb 1943 in Palästina; seine Mutter Rosa Goldmann 1974 in Israel.

1970 nahm Willi Goldmann Kontakt zur Stadt Neu-Isenburg auf. 1977 war er auf Einladung von seinem Schulkollegen und Freund Georg Arnoul in Birstein und Neu-Isenburg.

Im Jahr 1978 kam er erneut nach Neu-Isenburg, diesmal begleitet ihn Hanni (Johanna) Glenn, geb. Goldmann sowie Josef Drehlich. Vermutlich 1980 stellt Willi Goldmann in Israel den Kontakt zwischen dem Ehepaar Bremser und Tamar Grizim her, so dass sie sich nach 45 Jahren wiedersehen konnten. Im September 1981 erfolgte von Seiten der Stadt Neu-Isenburg eine erneute offizielle Einladung für Willi und Channa Goldmann und Hanni und Julius Glenn.

Am 28. Mai 1985 veranstaltete die Stadt Neu-Isenburg anlässlich des 50. Todestags von Bertha Pappenheim einen Gesprächsabend über 'Lebenserinnerungen'. An diesem Abend nahmen Ellen Jensen, Helga Heubach, Hermann Bremser und Willi Goldmann teil.

Im Dezember 1989 starb Willi Goldmann in Tel Aviv. In seinem Nachlass überließ er einige Dokumente und Exponate der Stadt Neu-Isenburg. Mit der Eröffnung der Gedenkstätte  im Jahr 1996 waren sie dort zu sehen.

Vom 17.bis zum 24. Oktober besuchten, auf Einladung der Stadt Neu-Isenburg, Channa Goldmann mit ihrer Tochter, sowie Tamar Grizim mit ihrer Tochter und das Ehepaar Tal'Or die Stadt Neu-Isenburg erneut. Am 20. Oktober 1996 wurde die Seminar- und Gedenkstätte Bertha Pappenheim offiziell eröffnet. Zu dieser Eröffnung führte Werner Bremser ein Zeitzeugengespräch mit Channa Goldmann, Tamar Grizim und Erika und Jacob Tal'Or.

Am 24. Oktober 2011 wurden vier Stolpersteine für die Familie Goldmann, sowie acht weitere Steine verlegt.

Quellen: Stadtarchiv Neu-Isenburg; Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ); Frankfurter Rundschau (FR); Offenbach Post (OP); Frankfurter Neue Presse (FNP)

Stand: 06.07.2026 (EEP)

VornameWilli
NachnameGoldmann
Geburtsdatum14.09.1912
Sterbedatum und -ort02.12.1989 (1990), Israel

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