Stadt Neu Isenburg

Namen - Biografien

Finkelstein, Perla

Perla Finkelstein wurde am 28. August 1904 in Gombin (Gąbin, Polen) geboren. Sie war das vierte von sieben Kindern des Ehepaars Abraham und Sara Finkelstein (geborene Kesselmann). Die Familie lebte in der Waldstr. 4 in (heute Joinviller Str. 4) Sprendlingen (heute Stadtteil von Dreieich, Kreis Offenbach). Abraham Finkelstein war Schneidermeister und betrieb in der Waldstr. 4 ein Geschäft für Manufakturwaren. Seine Frau Sara starb 1938 in Sprendlingen.

Die Kinder Bernhard, Hulda, Berta  und Anna sind jeweils nach der Heirat innerhalb Sprendlingens verzogen. Von Tochter Olga ist nichts bekannt. Sohn Isaak hat mit seiner Frau Miriam (Hochzeit 1935) wohl bei den Eltern Abraham und Sara gewohnt.

Perla Finkelstein zog am 21. August 1904 nach Frankfurt. Als letzte Adresse in Sprendlingen ist die Waldstraße. 1 angegeben - gegenüber ihres Elternhauses.

Wo sie zunächst in Frankfurt, nach dem Wegzug von Sprendlingen, lebte, ist nicht bekannt. 

Perla Finkelstein wurde erstmals am 30. Juli 1926 im Heim 'Isenburg' aufgenommen. Einige Wochen zuvor, m 19. Juni 1926, hatte sie in Frankfurt am Main ihren Sohn Artur zur Welt gebracht. Am 18. August kehrte sie, vermutlich zu ihrer in Sprendlingen lebenden Familie, nach Sprendlingen zurück. Ob sie das Heim zusammen mit Artur verließ oder den Säugling in der Obhut des Heims ließ, ist nicht bekannt. Nach der Geburt ihres zweiten Sohnes Manfred am 4. Oktober 1927 hielt sich Perla noch einmal ab dem 17. Oktober 1927 im Heim des Jüdischen Frauenbundes auf. Am 16. April 1928 wurde sie nach Oslo abgemeldet. Ob der Aufenthalt in der norwegischen Hauptstadt mit Arturs Adoption durch das Ehepaar Watschman in Verbindung steht, konnte bisher nicht erforscht werden. Es ist nach den Angaben aber davon auszugehen, dass sie dann nach Sprendlingen zurückgekehrt ist. und mit Manfred bei den Eltern gelebt hat. Manfred Finkelstein ist im Buch 'Juden in Sprendlingen' unter der Adresse der Großeltern aufgeführt.

1933 wanderte Perla mit ihrem jüngeren Sohn Manfred nach Polen aus. Beide überlebten die Shoah unter ungeklärten Umständen. Nach dem Zweiten Weltkrieg (1950) emigrierten Perla und Manfred Finkelstein nach Israel, wo Perla Finkelstein, verheiratete Zuckermann, in Nahariya starb. Sie nannte sich in Israel Pesia Zuckermann. 

In 1960er Jahren besuchte Perla Finkelstein noch einmal Sprendlingen, um in Deutschland Wiedergutmachungszahlungen zu beantragen, wie es die Zeitzeugin Lore Schwarz erzählte.

Die Biographie konnte durch Informationen von Bodil Stenseth (Oslo) erstellt werden.

Weitere Quellen: Stadtarchiv Neu-Isenburg

VornamePerla
NachnameFinkelstein
Geburtsdatum28.08.1904 (21.08.1903)
Geburtsort/WohnortGombin (Gabin, Polen)
Aufenthalt im Heim „Isenburg“30.07.1926 - 18.08.1926; 17.10.1927 - 16.04.1928
Abgemeldet nachSprendlingen (Dreieich, Kreis Offenbach) / Oslo
Beruf-
Deportation/Flucht

1933 ausgewandert nach Polen, nach dem Zweiten Weltkrieg emigriert nach Palästina

Sterbedatum und -ortIsrael

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